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Winterpause 2019/20

Von Anfang Dezember bis Ende Februar sind wir nicht mehr regelmäßig in der Werkstatt, sondern nur noch nach Vereinbarung. Wenn du in der Zeit etwas an deinem Bike zu machen hast, kontaktiere uns zwecks Terminabsprache per Mail, oder schick uns eine WhatsApp Nachricht auf die Servicenummer 0157 – 85106792.

Wenn du es ganz einfach haben möchtest, kannst du auch unser Kontaktformular benutzen:

bitte Telefonnummer angeben, falls Kontakt über Telefon oder WhatsApp gewünscht

Radtreff Sommer 2019

Mittwochs und Samstags gehen wir auf eine 2 bis 3-stündige Trainingsrunde durch die Voreifel oder in die Ahrregion.

Mittwochsrunde: Los geht es in 2019 am 3.4. mit der ersten Ausfahrt. Treffpunkt ist jeweils unsere Werkstatt in der Bachstraße/ Werkstatteingang Pfarrgasse. Abfahrt ist pünktlich um 18:00 Uhr.

Samstagsrunde: je nach Privatabsprache zwischen den Teilnehmern; wenn du dabei sein möchtest, melde dich für die WhatsApp-Gruppe „Peloton Radtreff“ an (siehe unten). Dort erfährst du immer zeitnah was geplant ist.

Gefahren wird in der geschlossenen Gruppe, wobei wir die Gruppe auch schon mal in 2 Teams unterteilen, um den verschiedenen Teilnehmern besser gerecht werden zu können. In den Gruppen gibt es dann jeweils einen Guide mit Streckenkenntnis. Mitmachen kann jeder, der auf einem Rennrad sitzt. Das Tragen eines Helms ist Pflicht und wir nehmen keine Fahrer mit, die mit reinen Zeitfahr- oder Triathlonlenkern an ihren Fahrrädern unterwegs sind. An- bzw. Abmeldungen zu den Ausfahrten sind nicht erforderlich. Der Treff funktioniert nach dem Prinzip „wer kütt, der kütt“.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Ausfahrt keine angemeldete Veranstaltung, sondern ein rein privater Rennradtreff/Trainingstreff ist. Jeder Fahrer fährt auf eigene Verantwortung und Risiko und ist zur Einhaltung der Straßenverkehrsordnung verpflichtet.

Unser Service: wer kurzfristige Info zu den jeweils geplanten Ausfahrten erhalten möchte, kann sich der entsprechenden WhatsApp-Gruppe „Peloton Radtreff“ anschließen. Dazu kurz die Handynummer an rainer@peloton-velos.de versenden und um Aufnahme in die Gruppe bitten.

Look X-Track am Cyclocrosser

In einem früheren Blogbeitrag hatte ich ja bereits über meine Erfahrungen mit dem S-Track genannten Pedal von Look berichtet und die Gründe genannt, warum ich es nach ein paar Einsätzen von meinem Crossrad wieder runter gebaut habe. Vor allem das „Zumatschen“ nach Laufpassagen und die damit verbundenen Probleme bei Ein- und Ausstieg ließen mich schnell wieder auf mein bewährtes Shimano Pedal zurück greifen. Was mich auf das Pedal damals neugierig gemacht hatte war seine Bauart (ähnelte für mich stark dem legendären „Eggbeater“ an meinen früheren MTBs), die vergleichsweise große Kontaktfläche mit dem Schuh sowie das Gewicht, das selbst in der einfachsten Version noch um mehr als 10% unter dem des wesentlich teureren XTR Pedals (PD-M980) von Shimano lag. Aber wie gesagt, wenn dir das Pedal dann bei den Laufpassagen immer völlig zudreckt, helfen dir auch die anderen starken Eigenschaften nicht so richtig weiter.

Bei dem neuen X-Track hat Look diese, nicht nur von mit festgestellten Schwachpunkte, aufgegriffen und versucht jetzt auch in Sachen Ein- und Ausstieg zu punkten. Dazu hat man zu allererst die Cleats des Systems an den bewährten Shimano SPD Standard angepasst. Vorbei also die Zeiten des merkwürdig geformten S-Track Cleats, das sich im Crosseinsatz rasend schnell zuzusetzen pflegte. Die Verwendung des Shimano Standards SPD hat übrigens auch den angenehmen Nebeneffekt, das man den Schuh nicht wechseln muß, wenn man auf dem einen Bike ein Shimano System fährt und auf dem anderen eben das neue X-Track. Find ich für mich super praktisch! Auch die Auslösehärte kann man jetzt endlich mit 6-14 NM einstellen und so das Pedal optimal an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Das Look X-Track Pedal hat bei mir im Praxistest auch gezeigt, dass es weniger Schlamm „einsammelt“ als mein Shimano Pedal (zur Zeit PD-M9000). Das liegt einerseits wohl an den großen Öffnungen im Pedalkörper, andererseits hilft auch die insgesamt glattere und aufgeräumtere Oberfläche des X-Track dabei, den aufgenommenen Schmutz schneller wieder abzugeben.

Das Pedal ist an den Seiten übrigens so geschnitten, dass der „suchende Fuß“ quasi in den Einstieg hineingeführt wird (seitliche Kontakthilfe). Geht wirklich deutlich besser als bei meinen Shimano Pedalen, wo ich immer ein wenig suchen muß, bevor der Einstieg gelingt.

Wenn man die beiden Pedale nebeneinander ansieht, sieht man einerseits die Gemeinsamkeiten beim Ein- und Ausstiegsmechanismus, andererseits erkennt man auch sofort die größeren Aufstandsflächen beim Look X-Track Pedal gegenüber dem Shimano Pedal. Im Vergleich zum Vorgängermodell S-Track wurde die Kontaktfläche  nochmals um 12% auf 515 mm² erhöht (X-Track Race) , wodurch eine noch bessere Kraftübertragung gewährleistet werden soll. Und das kann ich nur bestätigen! Außerdem:  der Druck wird so gleichmäßiger auf das Pedal verteilt und die Gefahr von Druckschmerz an der Fußsohle damit deutlich reduziert. Also auch da können die Pedale gegenüber der Konkurrenz wirklich punkten. Das PD-M9000 hat beispielsweise nur knapp 230 mm² Kontaktfläche, also nicht einmal halb soviel!

Beim Achskörpers verzichtet das Look auch weiterhin auf die Möglichkeit, einen echten Pedalschlüssel ansetzten zu können. Da ich zu den Fahrern gehöre, die das Pedal bei jeder Reinigung des Rades herausnehmen und  gereinigt wieder neu einsetzen, ist das nicht tragisch. Bei einem durch Schmutz und Feuchtigkeit bedingten Festsitzen des Pedalgewindes ist der Pedalschlüssel mit seinem langen Hebel jedoch das deutlich bessere Werkzeug als ein Imbus. Das Konstruktionmerkmal mag man bedauern, andrerseits spart es deutlich Gewicht und vermindert außerdem die Gefahr, dass Schmutz und Feuchtigkeit in den Pedalkörper eindringen können.

Überhaupt Gewicht: in der einfachen Race Version kommt das Pedal auf etwa 360 Gramm, das mit Karbon „verzierte“ Race Carbon auf 348 Gramm (Shimano XT 340 Gramm). Wichtig scheint mir jedoch nicht nur das absolute Gewicht des Pedals, sondern vielmehr das Verhältnis von Kontaktfläche zu Gewicht. Beim einfachen Look X-Track Race sind das beachtliche 1,51, beim XT des japanischen Mitbewerbers hingegen gerade mal o,66.

Vielleicht noch eine Bemerkung zu den Cleats. Wie auch bei Shimano, gibt es die in 2 Versionen. Die Standardausführung bringt 6°Bewegungsfreiheit des Schuhs im Pedal und einen Ausstieg lediglich in einer Richtung. Für mich war das bei der Verwendung auf dem Cyclocrosser sub-optimal und ich persönlich bin dann besser mit den X-Track Easy genannten Cleats klar gekommen. Die Auslösehärte ist zwar bis zu 30% geringer, jedoch erlauben die Cleats einen multidirektionalen Ausstieg aus dem Haltemechanismus. Beim häufigeren Rein- und Raus auf dem Cyclocrosser für mich einfach besser!

Mein Fazit nach ein paar Proberitten im Gelände: wer für sein Rennrad (aus welchen Gründen auch immer) ein gutes, stylisches und vor allem leichtes MTB-Pedal sucht ist mit dem S-Track immer noch bestens aufgehoben. Für den Cyclocrosser empfehle ich ab sofort jedoch das neue X-Track Race von Look. Es steht den gewohnt überragenden Qualitäten eines XT oder XTR-Pedals in Sachen Selbstreinigung und Ein-/Ausstieg in nichts nach, übertrifft jedoch in Sachen Aufstandsfläche (und damit effiziente Kraftübertragung!) die japanische Konkurrenz um Längen.

Das X-Track Race kostet in der Standardausführung laut Hersteller übrigens 64,99 Euro, für die Karbonversion werden 99,99 Euro fällig. Wer zudem noch statt einer CroMo Achse eine aus Titan benötigt, der muß laut Look dafür 199,99 Euro auf den Tisch legen. Neben den 3 Race Versionen gibt es auch noch eine Basisversion, die etwas einfacher aufgebaut ist und mit 49,99 Euro ein nicht allzu großes Loch in das Budget reisst.

 

Tubeless auf dem Crosser

Zu keiner anderen Jahreszeit reden wir im Laden soviel über Laufräder und Reifen, wie während der Querfeldein-Saison. Die verschiedenen Laufradvarianten in Kombination mit den unterschiedlichen Reifen und Profilen bieten unendlichen Stoff für Fachsimpeleien und „Crosserlatein“.

Das Laufräder mit Schlauchreifen dabei zumeist gut wegkommen wundert nicht wirklich, sind sie doch i.d.R. leichter als die Draht- bzw. Faltreifenmodelle, lassen sich wegen der geringeren rotierenden Massen in schwierigem Geläuf besser beschleunigen und haben durch den abgesenkten Luftdruck deutlich bessere Lauf- und Dämpfungseigenschaften als die mit Schlauch ausgerüsteten Pneus. Wenn dann noch das Profil des Reifens zu den Bodenverhältnissen passt, lässt man so manch einen Mitfahrer auf der Crossausfahrt vor Ehrfurcht erblassen. Ich hatte ja an anderer Stelle in meinem Blog schon von meinen selbstgebauten Laufrädern für Schlauchreifenberichtet und kann die extrem positiven Erfahrungen damit nur nochmal wiederholen.

Kürzlich ist mir aber einer von meinen „Schlauchis“ platt gegangen, trotz Dichtmilch, trotz des an sich guten Zustands des Pneus. Der Ventilsitz ist undicht geworden und der Reifen hat ständig Luft verloren. Also runter damit und einen neuen Reifen montiert! Als ob das so einfach wäre. Zwischen Altreifen und Felgenbett hatte sich eine sandig-klebrige „Kniesschicht“ gebildet, deren Entfernung mir ‚ne Menge Arbeit bereitete. Runter bekommen hab’ ich das Zeugs letztlich mit Schwalbe „Glue Remover“, den ich über Nacht hab’ einwirken lassen, einer (Messing)Drahtbürste und meinem Hochdruckreiniger. Das ganze Verfahren 2mal, anschließend die Felge mit Aceton gereinigt, dann war das Ding wieder wie neu. Aber wie gesagt: ein tierischer Aufwand über den meine Buddys mit den Drahtreifenfelgen sicherlich nur lachen können. Den neuen Reifen habe ich übrigens jetzt mal mit Tufo Schlauchreifenklebeband geklebt. (habe ich beim Vorderrad bereits seit längerem). Sagen zwar alle, dass das auf dem Crosser nicht hält, aber ich will es mal selber ausprobieren und werde darüber berichten.

Bei der ganzen Arbeit an meinem Hinterrad hab ich dann auch mal wieder über „Tubeless“ nachgedacht. Theoretisch müssten sich damit ja ähnliche Fahreigenschaften einstellen, wie mit meinen Schlauchis. Wenn da nur nicht das Problem mit der Dichtigkeit wäre. Ein 32er Reifen, mit vergleichsweise niedrigem Luftdruck gefahren (mehr als 2 Bar sollen es bei meinen Reifen im Gelände auch bei Trainingsausfahrten nie sein) walkt halt ordentlich auf der Felge. Zudem ist eine 20mm Felge, besonders wenn sie leicht ist, auch keine Ausgeburt von Steifigkeit. Wenn dann noch eine Wurzel oder ein grober Brocken kommt, ist es schnell geschehen: der Reifen verschiebt sich geringfügig gegenüber dem Felgenbett und verliert quasi auf einen Schlag seinen Fülldruck.

Jetzt werden einige sagen „aber bei den MTBs funktioniert das doch auch ohne Probleme“. Recht haben sie, aber bei einem 29er Laufrad mit 2,5 Zoll dicken Reifen reden wir über ein anderes Luftvolumen als bei meinen schmalen Crossreifen. Und auch die Felgen sind wohl etwas steifer als beim Rennrad.

Trotzdem, es wäre schon klasse, wenn man die tubeless Reifen bedenkenlos auch beim Crossen nutzen könnte. Weniger Action beim kleben, weniger Aufwand beim Reifenwechsel/reinigen der Felge und auch mehr Sicherheit auf der Tour; denn wenn gar nichts mehr geht, kann man in die tubeless Reifen immer noch einen Schlauch einbauen. In Amerika sieht man die Tubeless Reifen bei den Crossrennen übrigens bereits ganz häufig. Die Europäer sind da zurückhaltender und insbesondere bei den Rennen in Belgien habe ich die Tubeless nur super selten bemerkt.

Sieht man sich die Pros und Cons Beiträge in den einschlägigen Foren an, so scheinen die Gegner der Schlauchlosreifen im Querfeldeinsport in der Mehrzahl zu sein. Aber Mainstream war noch nie mein Ding und deshalb hab ich mich entschlossen, das ganze selber mal auszuprobieren. Klar war aber für mich von Anfang an, mein tubeless Projekt nur mit ordentlichen, aber bezahlbaren Parts anpacken zu wollen.

Bei den Laufrädern dachte ich zunächst wieder daran, mir was zu bauen. Stan’s No-tubes „Iron Cross“ Tubelessfelgen kamen dazu in die ganz enge Wahl. Die Amerikaner punkten mit viel know-how in diesem Bereich und bekommen super Kritiken für Felgen und Laufräder. Leider musste ich lernen, das die „ZTR Iron Cross“ Felge bei Stan’s quasi ein Auslaufmodell darstellen. Argument: die sind schon so lange im Markt und werden gerade durch was Neues ersetzt. Kann ich nicht ganz nachvollziehen: mit 23,5mm Breite und 385 Gramm Kampfgewicht, den nachgewiesenen guten Tubelesseigenschaften und den bekannt guten Laufeigenschaften sind sie den als Nachfolgemodell vorgesehenen „ZTR Grail“ des gleichen Herstellers auf den ersten Blick doch wohl überlegen, denn die bringen bei 24,1,mm Felgenbreite immerhin 75 Gramm je Felge an Mehrgewicht auf die Waage. Älter muss halt nicht immer schlechter bedeuten (sieht man übrigens auch an mir!), aber der Markt funktioniert da offensichtlich anders.

Tubeless auf dem Crosser - Notubes ZTR Iron Cross und Schwalbe X-One Bite

Da ich die Felge in der 32 Loch Ausführung also nicht mehr einzeln bekam, hab’ ich mich dann für einen kompletten Laufradsatz von Stan’s entschieden. Hab den ZTR Iron Cross Team ausgewählt: ZTR Iron Cross Felge, Stan’s Neo Nabe und Sapim Speichen. 1610 Gramm in der 32 Speichen 15/12mm Steckachsen Version reichen mir; leichter kann aber muß es nicht sein. Da mein Ridley X-Night noch ein 2015er Modell ist kommen noch die Endkappen dazu, die das Laufrad auch für Schnellspanner tauglich machen. Mit einem UVP von 679,- Euro sind die Laufräder zwar kein Schnapper; ich find den Preis angesichts der Qualität aber angemessen.

Beim Reifen kam eigentlich von Anfang an nur ein Modell in Frage: der Schwalbe X-One in der 32mm Ausführung. Alles was ich bisher dazu gelesen hatte war positiv und der Reifen scheint, Verwendung von ausreichend Dichtmilch vorausgesetzt, absolut dicht auf der Felge zu sitzen. Kumpels von mir fahren den Reifen auch auf dem Crosser und am letzten Wochenende konnte ich sehen, wie sie damit über die hartgefrorenen Waldwege mit ihren tiefen Spurrillen geknallt sind. Bestimmt nicht langsamer als ich mit den Schlauchis!

Also drauf damit. Unser Mechaniker Martin, der mir die Reifen montierte, hat darüber geflucht wie stramm die Reifen auf die Felge gingen. Und trotz Notubes Dichtmilch waren sie beim ersten Pumpversuch auch nicht dicht zu bekommen. Erst nach mehreren Versuchen und nachdem die Dichtmilch sich wohl optimal verteilt hat hielt dann endlich die Luft.

Mein Fazit: Ich habe die Laufräder in der letzten Cross Saison und auch zwischendrin häufig gefahren. Die Luft hat immer gehalte, keine einzige Panne! Selbst steinige Passagen und heftige Wurzelpassagen konnten dem Reifensitz auf der Stans Felge nichts anhaben.  Mit dem richtigen Luftdruck hab‘ ich ein wenig experimentiert und bin jetzt bei etwa 2,25 bar angekommen. Das scheint mir bei meinen 75 kg und dem Terrain auf dem wir uns zumeist bewegen der optimale Reifendruck: gute Roll- und Dämpfungseigenschaften und trotzdem kaum Durchschläge, auch wenn es mal ruppiger zugeht. Im Vergleich zu Schlauchreifen von FMB oder selbst zu dem von Vittoria, den ich zuvor gefahren bin, bleibt aber schon ein spürbarer Unterschied. Die Schlauchis sind besonders im Matsch oder bei Sandpassagen immer noch viel „führiger“ und auch die Dämpfung ist noch einen Tick besser; für ein Cross Rennen also doch wohl die bessere Wahl. Wenn es jedoch um den Ausritt am Wochenende oder die Trainingsrunde geht, so empfehle ich mittlerweile klar die schlauchlosen, weil sie für den Amateur einfach deutlich einfacher zu montieren und zu pflegen sind.